Warum werden die Leistungen von der Grundversicherung nicht übernommen?

Obwohl ich Fachpsychologin für Kinder- und Jugendpsychologie FSP bin, übernehmen die Krankenkassen leider nur die Leistungen von Psychiatern und Psychotherapeuten.

Einige Zusatzversicherungen übernehmen jedoch gewisse Leistungen. Bitte erkundigen Sie sich im voraus bei Ihrer Kasse.

Was ist der Unterschied zwischen psychologischer Beratung und Psychotherapie?

Die psychologische Beratung zielt darauf ab, Klient*innen bei einem spezifischen und eher punktuell auftretenden Problem zu unterstützen (z.B. Trauerbegleitung, Erziehungsberatung, Laufbahnberatung, Eheberatung, etc.).

Im Gegensatz zu psychologischer Beratung zielt Psychotherapie darauf ab, psychische Störungen mit Krankheitswert zu behandeln (z.B. Bulimie, Depression, Schizophrenie, etc.). Es handelt sich dabei meist um tiefgreifende Schwierigkeiten, welche über punktuelle Behandlung hinausgehen.

Wie sieht es mit der Wartefrist aus?

Es gibt keine Wartefrist als solche. Für den Erstkontakt schreiben Sie mir bitte per Mail:

  • Ihr Anliegen
  • Ihre Telefonnummer
  • Bitte geben Sie Zeiten an, zu denen Sie telefonisch erreichbar sind.

Ich beantworte diese innerhalb von zwei bis drei Werktagen (Mo-Fr, 8-18 Uhr) und informiere Sie, ob ich Ihr Anliegen aufnehmen kann.

Welche Diagnostik führen Sie
durch?

  • IQ-Test, z.B. für die Testung einer ausserordentlichen Begabung («aob» oder «Hochbegabung), Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene
  • Hochsensibilität
  • Screeningverfahren zu psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter
  • Autismus-Spektrum-Störung : ab 16 Jahren, Berücksichtigung von Autismus bei Mädchen und Frauen
  • Weitere je nach Anfrage, bitte schreiben Sie mir Ihr Anliegen.

Was ist eine Person mit aoB/
Hochbegabung?

Es gibt diverse Konzepte zur Hochbegabung (emotionale Intelligenz, etc.). Ich selbst führe die klassische in der Psychologie anerkannte standardisierte Testung durch. Gemäss diesem Konzept hat eine hochbegabte Person einen Intelligenzquotient (IQ) von 130 oder mehr, was etwa 2 % der Gesamtbevölkerung entspricht.

An sich handelt es sich dabei nicht um eine Krankheit oder Diagnose, aber das hohe intellektuelle Potenzial kann Auswirkungen auf die Entwicklung und das Verhalten haben.

Was ist weiblicher Autismus?

Obwohl die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) immer besser bekannt wird, haben viele immer noch verzerrte Vorstellungen davon, was ASS ist.

In den letzten Jahren hat die Forschung insbesondere gezeigt, dass sich Autismus bei Mädchen und Frauen anders zeigt als bei Buben und Männern:

«Es gibt einen diagnostischen Bias  (Verzerrung) gegenüber autistischen Mädchen und Frauen, was bedeutet, dass sie eher unter dem diagnostischen Radar fliegen. In der Praxis bedeutet dies, dass bei ihnen im Vergleich zu Jungen und Männern die Diagnose Autismus eher spät oder gar nicht gestellt wird. Dies spiegelt zum Teil die Tatsache wider, dass das Geschlecht und/oder der Typ einen Einfluss darauf haben, wie sich autistische Merkmale manifestieren. Viele autistische Mädchen und Frauen passen nicht zum allgemeinen diagnostischen Konsens über Autismus, der weitgehend auf Studien beruht, in denen Männer und Jungen überwiegen.»

Übersetzt durch Bobillier nach Cook, J., Hull, L., & Mandy, W. (2024). „Improving Diagnostic Procedures in Autism for Girls and Women: A Narrative Review“. Neuropsychiatric Disease and Treatment, 505-514.

Mir ist es als diagnostizierte Asperger Autistin ein zentrales Anliegen,
Mädchen und Frauen besonders zu berücksichtigen und ich bilde mich dementsprechend fortlaufend in dieser Thematik weiter.


Was ist der Unterschied
zwischen Psychologen, Fachpsychologen, Psychotherapeuten und Psychiatern?

  • Psycholog*innen haben ein Vollstudium in Psychologie absolviert (Abschluss auf Masterebene, früher Lizenziat, im Ausland auch Diplom oder Magister). Sie dürfen psychologische Beratung und Diagnostik anbieten, aber keine Psychotherapie.
  • Fachpsycholog*innen (Schweizer System) haben sich in Form einer postgradualen Weiterbildung spezialisiert. Z.B. gibt es Fachpsycholog*innen in
    • Kinder- und Jugendpsychologie FSP
    • Neuropsychologie FSP
    • Sportpsychologie FSP
    • Rechtspsychologie FSP
    • Etc.

«Von der FSP anerkannte Ausbildungen, die zu einem FSP-Fachtitel führen, entsprechen in der Regel einem Master of Advanced Studies (MAS) einer Schweizer Hochschule. Psycholog:innen, die Mitglied der FSP sind und eine von der FSP anerkannte Weiterbildung absolviert haben, können auf Antrag hin den entsprechenden FSP-Fachtitel oder die entsprechende FSP-Zusatzqualifikation erlangen. Diese sind seit Jahrzehnten auf dem Arbeitsmarkt weithin anerkannt und belegen entsprechende Fachkenntnisse. FSP-Mitglieder mit einem Titel müssen über einen Zeitraum von drei Jahren 240 Stunden Fortbildung absolvieren.» Quelle: https://www.psychologie.ch/de/bildung

  • Psychotherapeut*innen haben zusätzlich zum Vollstudium in Psychologie eine mindestens vierjährige postgraduale Weiterbildung in Psychotherapie abgeschlossen und haben somit den Fachtitel in Psychotherapie FSP erlangt. Sie dürfen über die Grundversicherung abrechnen, d.h., die Leistungen werden durch die Krankenkasse übernommen.
  • Psychiater*innen sind Fachpersonen, welche ein Vollstudium in Medizin absolviert haben und sich in der psychischen Gesundheit spezialisiert hat. Im Gegensatz zu Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen dürfen Psychiater*innen bei Bedarf Medikamente verschreiben.

Was bedeutet dass Sie keine Psychotherapeutin sind, konkret für die Beratung?

Meine Leistungen werden nicht von der Grundversicherung übernommen

Ich darf nur psychologische Beratung und Diagnostik anbieten, jedoch keine Psychotherapie, gemäss Artikel 5 der Berufsordnung der FSP :

«Mitglieder erbringen in eigener fachlicher Verantwor­tung nur solche Leistungen, für die sie aufgrund ihrer Aus-, Weiter- oder Fortbildung oder ihrer Erfahrung über die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Fehlen Mitgliedern die nötigen Kenntnisse oder Fähig­keiten, so lehnen sie einen Auftrag ab oder verweisen die Klientinnen oder Klienten bzw. die Patientinnen oder Patienten an entsprechend qualifizierte Fachper­sonen»

Wenn sich abzeichnet, dass Ihr Anliegen zu komplex ist und der Leidensdruck zu hoch ist,  muss ich Sie an eine psychotherapeutische oder psychiatrische Fachperson weiterverweisen, damit Sie die Behandlung erhalten, welche am besten auf Ihre Situation abgestimmt ist.